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Hypothek und Religion - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Hypothek und Religion: Grenzen und Spielräume

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Die Religion verbietet es manchen Glaubensgemeinschaften, Zinsen für Kredite zu verlangen oder zu bezahlen – womit sie als potenzielle Hypothekarnehmer automatisch ausgeschlossen sind. Die Norwegische Bank Storebrand hat ein Konzept entwickelt, um dieses Kundensegment trotzdem für sich zu gewinnen.

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Historische und religiöse Einflüsse auf das Kreditwesen

Im Alten Testament und im Koran wurde ein Zinsverbot ausgesprochen. Die Verfasser der heiligen Bücher sahen nicht vor, dass jemand Geld mit Geld verdient. In Bezug auf das Christentum zeigte sich dies vor allem im Mittelalter, welches die Geburtsstunde der jüdischen Geldverleiher darstellt. Diese kreierten aus dem christlichen Verbot und ihrer grosser Kapitalbasis ein neues Geschäftsmodell: Das Verleihen von Geld gegen eine Entschädigung. Während das Zinsverbot für Christen im Lauf der Zeit abgeschwächt, respektive aufgehoben wurde, hat es im Islam nach wie vor Bestand. Deshalb sind viele Banken in der muslimischen Welt noch heute an ein Zinsverbot gebunden – und viele Muslime halten sich freiwillig daran. Für sie ist es in der westlichen Hemisphäre deswegen fast unmöglich, Eigenheimbesitzer zu werden: Selbst wenn die nötigen Eigenmittel vorhanden sind und der Hypothekenrechner grünes Licht für die Tragbarkeit gibt, ist es ihnen untersagt, eine verzinste Hypothek für den Hauskauf aufzunehmen. Denn auch wenn die Hypothekarzinsen zurzeit noch immer sehr tief sind, wird kein Kreditgeber eine Hypothek zum Nulltarif gewähren. Die in Norwegen und Schweden operative Bank Storebrand sieht hier dennoch Potenzial und bietet der muslimischen Bevölkerung eine Alternative: den «Halal Loan».

Eine Hypothek, die keine ist

Bei einem konventionellen Liegenschaftserwerb bringt der Käufer 20% des Kaufpreises ein, den Rest erhält er als Hypothek von einer Bank. Für die geliehene Summe entrichtet er ihr regelmässig einen Hypothekarzins, wird dafür alleiniger Eigentümer der Immobilie. Dort setzt nun die Bank Storebrand an: Ihr Halal-Loan-Konzept sieht vor, dass der Käufer nicht alleiniger Eigentümer wird, sondern die Liegenschaft zusammen mit der Bank kauft – zum Anteil der Eigenmittel, die er einbringt. Sind es auch hier 20%, so gehören ihm 20% des Hauses, während der Rest im Eigentum der Bank ist. Diese kann den übrig gebliebenen Teil jetzt an den Käufer vermieten und verstösst damit nicht gegen islamisches Recht.

Mieter mit Zusatzrechten

Aber abgesehen von den 20%, die ihm gehören, ist der Käufer nun doch wieder gleich weit wie vor dem Kauf? Schliesslich bezahlt er für sein Dach über dem Kopf immer noch eine Miete. Das stimmt natürlich – wird beim Kauf aber vertraglich vereinbart, dass der Käufer die gleichen Rechte hat wie bei einem konventionellen Immobilienerwerb, so lohnt sich diese Transaktion für ihn trotzdem. Er bezahlt nun keinen Hypothekarzins und kann an seinen Glaubensrichtlinien festhalten, hat aber das Recht, „seine“ vier Wände so zu gestalten, wie er es wünscht. Sei es die Installation eines Pools im Garten, die Aufrüstung der Fassade nach Minergie oder die komplette Verwandlung in ein Smart Home: Kein Vermieter wird ihn mit Vorschriften einschränken.

Sogar Amortisationen möglich

Neben Mieten fallen auch Amortisationen nicht unter das islamische Zinsverbot. Somit hat der Käufer die Möglichkeit, mit der Bank vertraglich zu vereinbaren, dass er regelmässig weitere Anteile am Haus kauft – vergleichbar mit konventionellen Amortisationen, die sonst auch entrichtet werden müssen. Sein Anteil am Haus steigt, der Mietzins reduziert sich dementsprechend.

Allen geholfen

Ob sich das Konzept der Storebrand etablieren kann, wird sich zeigen. Die Idee dahinter soll jedenfalls allen Beteiligten dienen: Der muslimischen Bevölkerung wird es ermöglicht, Immobilienbesitzer zu werden – und die Bank erschliesst bislang unentdeckte Renditemöglichkeiten.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz sind Sharia-konforme Bankprodukte vor allem im Anlagebereich und insbesondere in der Vermögensverwaltung anzutreffen. Vorreiter ist die Privatbank J. Safra Sarasin. Auch die UBS und die Credit Suisse verfügen über Investitionsinstrumente, die an den muslimischen Glauben angepasst wurden. Insgesamt jedoch haben in dieser Statistik einzelne skandinavische Länder und konkurrierende internationale Finanzplätze, wie London oder Singapur, die Nase vorne. Aufgrund des grossen Potentials ist damit zu rechnen, dass das Segment «Islamic Banking» auch hierzulande künftig an Bedeutung gewinnen wird.

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