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Gartenhäuschen -Baugesetz - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Gartenhäuschen – Achtung Baugesetz!

Ein Gartenhäuschen ist schnell aufgestellt. Genauso schnell ist es auch wieder weg. Nämlich dann, wenn die erforderliche Bewilligung fehlt. Ist jedes Gartenhäuschen bewilligungspflichtig? Wer gibt Auskunft?


Auch kleine Bauprojekte brauchen eine Baubewilligung

Herr Schneider ist mit sich zufrieden: Innert eines halben Tages hat er das neue Gartenhaus im Baufachmarkt gekauft und im Garten aufgestellt. Doch die Freude währt nicht lange. Nach drei Wochen bekommt Schneider Post von der Bauverwaltung seiner Wohnsitzgemeinde: Entweder reicht er nachträglich ein Baubewilligungsgesuch ein oder das Gartenhäuschen muss weg. Schneider versteht die Welt nicht mehr. Ein Baubewilligungsgesuch wegen eines Gartenhäuschens?

Gebäudehöhe, Grenzabstand und Ausnutzung

Grundsätzlich gilt: Jede sichtbare bauliche Veränderung auf einem Grundstück ist bewilligungspflichtig. Das bezieht sich nicht nur auf Wohngebäude, sondern auch auf alle sog. Klein- und Nebenbauten. Ob Velounterstand, Carport oder eben Gartenhäuschen – es gibt Bauvorschriften, die eingehalten werden müssen. Je nach Kanton variieren diese. Auch innerhalb des gleichen Kantons kann es von Gemeinde zu Gemeinde Abweichungen geben. Meistens sind es einer oder mehrere der folgenden Kriterien, welche für Mini-Bauprojekte zum Stolperstein werden können: 

  • Gebäudehöhe

Das Baugesetz regelt, wie hoch Klein- und Nebenbauten sein dürfen, um noch als solche zu gelten. Misst man vom gewachsenen Terrain bis zum höchsten Punkt des Daches, darf die Höhe vielerorts max. 3.0 Meter betragen.

Gewachsenes Terrain bedeutet: So wie der Untergrund von Natur aus gewachsenen ist, bzw. wie er bestehend vorliegt.

  • Grenzabstand

Grosser Grenzabstand, kleiner Grenzabstand oder ringsum 4.0 Meter – Es gibt verschiedene Regelungen zum Abstand, den Bauwerke von der Grundstücksgrenze einhalten müssen. Doch was fürs Herrenhaus gilt, gilt auch für die Hundehütte. Prüfen Sie als erstes, welchen Abstand zur Grenze das Bauwerk einhalten muss. Manch einer erkennt dabei, dass der Garten doch nicht so gross ist wie gedacht. Da steht die Hundehütte bald mitten im statt am Rand des Gartens. Was tun? Das Näherbaurecht hat schon manchen Traum vom Häuschen im Garten gerettet. Beim Näherbaurecht räumt ein Nachbar dem anderen das Recht ein, Bauwerke näher als vom Gesetz vorgeschrieben an die eigene Grundstücksgrenze zu bauen. Ein solches Näherbaurecht muss vom Notar beglaubigt und öffentlich beurkundet werden. 

  • Ausnutzung

Vielerorts gelten in Bauzonen sog. Ausnützungsziffern. Beispiel: Das Grundstück hat eine Grösse von 1'000 m². Die Ausnützungsziffer beträgt 0.4. Erlaubte bebaubare Fläche = 1'000 m² x 0.4 = 400 m². Das Total aller bewohnbaren Flächen darf nicht mehr als 400 m² ergeben. Als bewohnbare Flächen gelten warme, im Winter beheizbare Räume. Je nach Kanton und Wohngemeinde müssen beheizte Räume im Untergeschoss, wie etwa Hobbyräume, dazu gerechnet werden. Auch für Klein- und Nebenbauten gelten verschiedene Vorschriften. Ist die Grundfläche des Bauwerks kleiner als 40m²,  muss es vielerorts nicht der Ausnutzung angerechnet werden. Ist das Bauwerk aber beheizt, muss es voll angerechnet werden. 

Bewilligung – so klappt es

1. Machbarkeit prüfen

Wer jetzt den Eindruck hat, bauen sei kompliziert, hat nicht ganz Unrecht. Gerade für Laien ist es nicht einfach die Baugesetze richtig auszulegen. Wer sein Projekt von Anfang an in die richtige Bahn lenken will, vereinbart als erstes einen Termin mit dem zuständigen Bauverwalter. Ein Gespräch mit dem Experten schafft Klarheit. 

2. Nachbarn informieren

Klären Sie Ihre Nachbarn frühzeitig über Ihr Bauprojekt auf. Es ist schöner, persönlich von anstehenden Bauarbeiten zu erfahren als aus dem Amtsblatt. Gerade wer auf den Zuspruch der Nachbarn angewiesen ist, z.B. wer ein Näherbaurecht anstrebt, sollte frühzeitig mit dem betreffenden Nachbarn das Gespräch suchen. 

3. Passende Konstruktion wählen

Sind die Rahmenbedingungen erfüllt, kann mit der konkreten Planung begonnen werden. Dazu gehört auch, sich auf eine Konstruktion festzulegen.

Tipp:

Hochwertiges, wetterfestes Holz eignet sich sehr gut für kleinere Bauprojekte. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf FSC- und PEFC-Label. Wenn möglich sollte das Holz unbehandelt bleiben. Wetterschäden lassen sich vermeiden, in dem man Dachvorsprünge plant. Das schützt die Fassade vor Wind und Regen. 

4. Rechnen Sie mit Regen

Regen kann nicht nur der Konstruktion schaden, er kann auch zum echten Problem werden. Wer ein Gartenhaus plant, muss sich auch Gedanken zur Entwässerung machen. Das Regenwasser, das auf die Dachfläche fällt, muss entweder versickern können oder abgeleitet werden. Eine sorgfältige Planung der Entwässerung ist Voraussetzung für eine Bewilligung des Bauprojekts. 

Planung gut, alles gut. Deshalb: Holen Sie sich kompetente Unterstützung, z.B. von einem Architekten, Bauleiter oder Baufachmann. Auch wenn es nur um eine Hundehütte oder Gartenhäuschen geht.

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