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Denkmalschutz - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Betrifft mich der Denkmalschutz als Hauseigentümer?

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Das Stichwort «Denkmal» assoziieren die meisten mit der Statue unseres Nationalhelden Wilhelm Tell in Altdorf oder dem Löwendenkmal in Luzern, das an die gefallenen Schweizergardisten während des Tuileriensturms zu Zeiten der Französischen Revolution erinnert. Bei diesen versteht es sich von selbst, dass sie erhalten bleiben sollen und deswegen unter sogenanntem Denkmalschutz stehen. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Und inwiefern kann ich als Hausbesitzer von diesem Denkmalschutz tangiert werden?

Das Denkmal: Ein weiter Begriff

Ein Denkmal muss nicht zwangsläufig eine Statue sein, die nur zu Gedenkzwecken errichtet wurde. Laut Definition der Denkmalpflege Schweiz ist ein Denkmal ein einzigartiges Bauwerk aus einer vergangenen Epoche, das uns an frühere Zeiten, historische Ereignisse und einstige Lebensweisen erinnert und somit kollektive Identität stiftet. Demzufolge kann eine Burgruine genauso ein Denkmal sein, wie ein einfaches Wohnhaus, dem später grosse Bedeutung zugeschrieben wird (als Beispiel dient hier das Einstein-Haus in Bern – eine an und für sich völlig unscheinbare Wohnung, in der aber von 1903 bis 1905 der spätere Nobelpreisträger Albert Einstein hauste, weswegen sie noch immer in diesem Stil eingerichtet und öffentlich zugänglich ist).

Solche Zeitzeugnisse zu bewahren ist das Ziel der Denkmalpflege. Diese Aufgabe ist in erster Linie an die Kantone delegiert, wobei diese auf nationaler Ebene vom Bundesamt für Kultur unterstützt werden. Alle rechtlich verbindlichen Massnahmen, die von der Denkmalpflege zur Erhaltung der Denkmäler festgelegt werden, sind unter dem Begriff Denkmalschutz zusammengefasst.

Geringe Wahrscheinlichkeit, aber grosse Einschränkung

Wie eben erwähnt, können also auch Profanbauten wie Einfamilienhäuser und Wohnungen unter Denkmalschutz stehen. Und genau dann kann sich dies auch auf Sie als Eigenheimbesitzer auswirken: Fachleute schätzen die Anzahl der Denkmäler auf 90'000 – 100'000 Stück (exakte Zahlen sind aufgrund der unterschiedlichen Erfassungssystematik nicht verfügbar), was etwa 4 Prozent aller Gebäude ausmacht. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Wunschimmobilie unter Denkmalschutz steht, zwar gering – sollte dem aber so sein, kann Sie das durchaus einschränken.

Wie kann mich der Denkmalschutz einschränken?

An Bauten, welche die Jahrhunderte überdauerten, können Untersuchungen durchgeführt und somit herausgefunden werden, welche Bauweisen und -materialien jeweils zur Anwendung kamen. Diese Erkenntnisse werden (auch durch neue technologische Hilfsmittel) stets neu gewonnen und interpretiert, weswegen diese Möglichkeit auch den Historikern und Archäologen von morgen offenbleiben soll. Aus diesem Grund sind Eingriffe an einem Denkmal nur sehr eingeschränkt oder gar nicht durchführbar, wobei sich dies aber von Fall zu Fall unterscheidet: Wird zum Beispiel ein Haus bewohnt, das auch schon früher bewohnt war, so soll es diese Funktion auch weiterhin erfüllen. Anpassungen bei Küche und Bad wären hier also grundsätzlich möglich, allerdings darf bei etwaigen Renovationen oder Umbauten die historische Bausubstanz nicht beeinträchtigt werden – was solche Umbauarbeiten natürlich schnell empfindlich einschränkt. Als weiteres Beispiel sind die Fenster zu nennen, die auch oft Stein des Anstosses sind: Obwohl Energieeffizienz und Minergie-Bauweisen immer mehr auf dem Vormarsch sind, dürfen Sie die historischen Fenster nicht einfach ersetzen, da dies dem Gebäude die Authentizität nimmt. Dies gilt im Übrigen auch für neue Fenster, die originalgetreu aussehen würden: Beim Denkmalschutz liegt der Fokus nicht auf der Optik, sondern auf den Materialien, die verwendet wurden.

Informieren Sie sich rechtzeitig

Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, so bedarf es bei jeder baulichen Änderung der Zustimmung des kantonalen Denkmalamts. Und wenn Sie nun Ihr Traumhaus gefunden haben: Noch bevor Sie den Hypothekenvergleich starten oder den Notar für den Kaufvertragsentwurf kontaktieren, empfiehlt es sich, beim Verkäufer resp. dem kantonalen Denkmalamt abzuklären, ob das Gebäude in irgendeiner Form mit einem Denkmalschutz versehen wurde. Sollte dies der Fall sein, wären geplante Umbauarbeiten erheblich erschwert und oft auch mit nicht zu unterschätzenden Mehrkosten verbunden. Die Denkmalpflege beteiligt sich zwar oft finanziell an diesen Mehrkosten – ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht jedoch nicht. Im schlimmsten Fall würden Sie bei einem Umbauprojekt also eine Hypothek aufnehmen und wären dann aufgrund von Denkmalschutzbestimmungen gar nicht berechtigt, die geplanten Baumassnahmen durchzuführen. Wobei sich in Bezug auf den Denkmalschutz ein weiteres Problem ergeben kann, weil Banken bei der Bewertung von denkmalgeschützten Häusern grundsätzlich sehr vorsichtig agieren. Dies hat zwei Gründe: Erstens scheuen die Banken die Finanzierung einer Immobilie, die im Falle einer Schuldnerinsolvenz nicht schnell verwertet werden kann. Zweitens gestaltet sich die Werterhaltung einer denkmalgeschützten Immobilie wesentlich schwieriger als die einer gewöhnlichen Liegenschaft. Durch den Denkmalschutz steigen also nicht nur Ihre Ausgaben, sondern auch das Absagerisiko Ihrer Hypothekaranfrage. Beim Thema Denkmalschutz gilt deswegen: Der geringe Initialaufwand für eine Abklärung kann Sie vor bösen Überraschungen schützen.

Erfahren Sie mehr!

Sie haben weitere Fragen zu möglichen Denkmalschutzbestimmungen oder interessieren sich allgemein für den Kauf/Verkauf einer Immobilie? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren: Das Beraterteam von Hypoguide steht Ihnen in sämtlichen Belangen rund um das Thema Liegenschaftsfinanzierung kompetent und unabhängig zur Verfügung.

 

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