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Hypothekarzinsen - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Hypothekarzinsen – ein starker Anstieg zu Jahresbeginn

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Im März 2017 haben wir die Situation am Zinsmarkt in unserem Beitrag «Steht jetzt der grosse Zinsanstieg bevor?» zusammengefasst und einen Ausblick gewagt. Lesen Sie nachfolgend, wie sich die Zinsen im vergangenen Jahr entwickelt haben und noch viel wichtiger; mit welcher Entwicklung zukünftig gerechnet werden darf.

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Zinsanstieg ist bisher ausgeblieben

Um es gleich auf den Punkt zu bringen; der grosse Zinsanstieg ist bisher zwar ausgeblieben, doch der sprunghafte Anstieg der Zinskurve der vergangenen 4 Wochen lässt aufhorchen. So sind die SWAP-Sätze, ein Instrument welches von Banken und Versicherungen zur Absicherungen der von ihnen ausgegebenen Hypotheken eingesetzt wird, seit Beginn des Jahres für einzelne Laufzeiten sprunghaft um über 30 Basispunkte angestiegen. Zwar macht eine einzelne Schwalbe noch keinen Frühling, doch der Anstieg lässt aufhorchen. Setzt man den Anstieg in Kontext zur wirtschaftlichen Erholung, welche wir in den USA aber auch in Europa jüngst gesehen haben, so kann davon ausgegangen werden, dass die Zinsen im laufenden Jahr zu neuen Höhenflügen ansetzen werden.

Wie geht es weiter?

Im vergangenen Jahr wurden die Leitzinsen unter der im Februar 2018 in den Ruhestand tretenden Notenbankchefin, Janet Yellen, drei Mal erhöht. Das Zinsniveau der grössten Volkswirtschaft der Welt erreicht mit der Zinserhöhung vom Dezember 2017 mit 1.25 - 1.50% den Stand von 2008. Der voraussichtliche Nachfolger von Janet Yellen, Jerome Powell, gilt zwar auch als Vertreter der expansiven Geldpolitik, jedoch verkörpert er weniger restriktive Ansichten zur Finanzmarktregulierung als die 71-jährige Notenbankerin. Somit kann die Personalrochade bei der FED in erster Linie als Führungs- und weniger als Richtungswechsel verstanden werden. Powell wird die Politik der dosierten Zinserhöhungen seiner Vorgängerin fortsetzen. Für das laufende Jahr darf in den USA somit mit drei weiteren Zinserhöhungen gerechnet werden.

Die kleine Schwester der FED, die Europäische Zentralbank, hat zwar beschlossen den monatlichen Kauf von Anleihen ab Januar 2018 von 60 auf 30 Milliarden EUR zu reduzieren, jedoch wird die Nullzinspolitik auf unabsehbare Zeit aufrechterhalten. Viele Experten rechnen damit, dass während der Amtszeit von Mario Draghi, welche bis Herbst 2019 dauert, kaum mit einer Erhöhung der Leitzinsen in der EU zu rechnen ist. Dies obwohl die europäische Wirtschaft in den vergangenen Quartalen laufend Fortschritte gemacht hat. Zwar bleiben Länder wie Griechenland ein Sorgenkind der Union, doch immerhin wird die Wirtschaftsleistung der Griechen im laufenden Jahr nicht weiter schrumpfen und es darf wieder mit positivem Wachstum gerechnet werden.

Auch in der Schweiz ist man deutlich optimistischer als noch vor ein paar Monaten, was den Ausblick betrifft. Für das laufende Jahr rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO mit einem Wachstum von satten 2.3% und für 2019 mit 1.9%. Die Abschwächung des Schweizer Frankens im zweiten Halbjahr 2017 hat den Optimismus bei vielen exportierenden Unternehmen zusätzlich gefördert und in vielen Branchen herrscht Aufbruchstimmung. Wo also steuert die Schweizer Wirtschaft hin?

Negativzinsen ade?

Es gibt viele Stimmen, welche nicht vor 2019 mit einem Zinsschritt der SNB rechnen. Doch was, wenn die Wirtschaftsindikatoren weiter nach oben zeigen und sich der Schweizer Franken zum Euro weiter abschwächt?

Viele Ökonomen scheinen ausser Acht zu lassen, dass die SNB die Negativzinsen nicht in einem Schritt aufheben muss. Viel wahrscheinlicher ist es unserer Meinung nach, dass die Schweizerische Nationalbank etappenweise vorgeht. Dies würde die Abwertung des Schweizer Frankens nicht abrupt stoppen und eine stetige Normalisierung würde von den Märkten besser verkraftet werden.

Entwickelt sich die Wirtschaft in Europa und der Schweiz wie für das laufende Jahr vorhergesagt, gehen wir von einer Reduktion der Negativzinsen im zweiten Halbjahr 2018 aus. Eine Aufhebung der Negativzinsen könnte dann anschliessend im 1. oder 2. Quartal 2019 erfolgen. Dies unter der Voraussetzung, dass es geopolitisch zu keinen grösseren Störungen kommt und das Haushaltsdefizit einzelner europäischer Länder oder auch der USA zu keiner Belastungsprobe für die Märkte werden.

Hypothek jetzt langfristig absichern?

Auch am Hypothekarmarkt ist oben beschriebene Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. Konnten 10-jährige Festhypotheken noch im Dezember 2017 zu unter 1.20% abgeschlossen werden, bewegen sich diese aktuell zwischen einem Zinssatz von 1.40% bis 1.80%. Besitzer von Immobilien müssen sich somit vorerst mit höheren Zinsen anfreunden. Zwar ist der Trend bei den ganz kurzfristigen Hypotheken noch nicht voll angekommen. So sind Festhypotheken auf 2 Jahre bei einzelnen Banken immer noch zu einem Zinssatz von unter 0.60% zu haben. Die Frage ist, wie lange noch?

Auch bei den Forward-Hypotheken hat die jüngste Entwicklung zu einem Anstieg der Zinsaufschläge beigetragen. Eigenheimbesitzer, deren Hypothek erst in der zweiten Jahreshälfte zur Verlängerung fällig wird oder gar erst in den Folgejahren, müssen sich seit Kurzem auf deutlich höhere Aufschläge für Forward-Hypotheken einstellen. Hat eine vorzeitige Verlängerung der Hypothek im vergangenen Herbst noch unwesentlich mehr gekostet, so zahlt man heute eine happige Prämie dafür. Je nach Verfalldatum der Hypothek kann dieser Zuschlag für mittel- und langfristige Laufzeiten 30-60 Basispunkte betragen. Dies verteuert die Hypothek über die gesamte Laufzeit und es ist mit Mehrkosten von mehreren Tausend Franken zu rechnen.

Fazit

Als Hypothekarnehmer sollte man jetzt bloss nicht zu sehr in Aktivismus verfallen, sondern die Lage am Hypothekarmarkt und die persönliche Situation genaustens analysieren. Dabei sollte man sich Fragen stellen wie «Welchen Zinsanstieg kann ich verkraften?» und «Welche Hypotheken werden bei mir wann fällig?». Nur so kann man verhindern, dass voreilige Entscheide im Nachhinein bereut werden.

Ob die Zinsen in den kommenden 12 bis 18 Monaten tatsächlich weiter ansteigen, hängt von vielen Faktoren ab. Eine klare Prognose ist nicht einfach. Auf jeden Fall ist gut beraten, wer die Entwicklung genau beobachtet. Hauseigentümer, welche ihre gesamte Hypothek bisher als Libor-Hypothek geführt haben, sollten sich besonders intensiv Gedanken machen. Denn eines ist klar; auch wenn die Zinsen aller Voraussicht im laufenden Jahr nicht mehr als 0.50-0.75% ansteigen werden, endet die Zeit der ultratiefen Hypothekarzinsen doch allmählich und die Zinswende am Hypothekarmarkt wie auch bei den Anleihen und Obligationen scheint in vollem Gang zu sein.

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