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Hauskauf in nur 5 Schritten? - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Hauskauf – in nur 5 Schritten zum Ziel

Der Kauf eines Eigenheims ist ein grosses und – für die meisten – ein einmaliges Erlebnis. Man nimmt viel Geld in die Hand, nicht selten das ganze Ersparte. So ein wichtiger Schritt sollte gut durchdacht sein. Neben dem Finanziellen sollten aber auch andere Aspekte beachtet werden. Erfahren Sie hier, worauf es beim Hauskauf ankommt.


1. Der Preis ist heiss

Haus mit Umschwung für 850' 000.- CHF. So oder ähnlich lauten Inserate, wenn ein Haus zum Verkauf angeboten wird. Ist der angebotene Preis ein Schnäppchen oder völlig überteuert? Wie viel davon entspricht dem Wert des Hauses? Was kostet der Quadratmeter Land umgerechnet? Diese Frage ist für Laien nicht einfach zu beantworten. Wer sich eine kompetente Meinung zum Angebotspreis einholen will, sollte mit dem Angebot zu seiner Hausbank gehen. Diese kann prüfen, ob das Angebot dem Markt entspricht, oder nicht.

Für die Verhandlung mit dem Verkäufer ist es entscheidend, dass Sie wissen, ob das Angebot eher teuer oder günstig ist. Nur so können sich taktisch richtig verhalten.

2. Erst freies Feld, dann Autobahn?

Manche Angebote sind zu schön, um wahr zu sein. Keiner verlangt für ein Haus nur 800' 000.- CHF wenn er 1.5 Millionen CHF verlangen könnte. Bleiben Sie bedacht und lassen Sie sich vom vermeintlichen Schnäppchen nicht blenden. Auf keinen Fall dürfen Sie sich vom Verkäufer zu einer raschen Abwicklung des Hauskaufs drängen lassen. Auch wenn er Ihnen gegenüber andere Interessenten erwähnt.

Sprechen Sie den Verkäufer direkt auf den vermeintlich tiefen Preis an. Vielleicht wird er Sie über das eine oder andere Manko aufklären. Was aber, wenn der Verkäufer behauptet, es sei alles in bester Ordnung? Wie findet man heraus, was nicht stimmt? Es gibt verschiedene Faktoren, die den Wert einer Liegenschaft mindern können. Hier sind einige aufgelistet:

Baumängel
Feuchtes Mauerwerk? Marode Sanitärinstallationen? Wenn Sie Zweifel an der Bausubstanz haben, besichtigen Sie das Haus mit einem Bauexperten (z.B. Architekt oder Bauleiter).

Bauliche Massnahmen und raumplanerische Entwicklung
Sind vom Kanton, der Stadt oder Gemeinde grössere Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Liegenschaft geplant? Soll in den nächsten Jahren ein neues Stromkraftwerk entstehen, ein Autobahnanschluss gebaut werden? Oder wird das freie Feld vor der Haustür womöglich bald überbaut? Antworten kann Ihnen die Bauverwaltung der Gemeinde geben. Auch in den Lokalzeitungen der Region können Sie interessante Hinweise finden.

Nachbarschaft
Besichtigen Sie nicht nur das Haus. Spazieren Sie durch das Quartier und suchen Sie den Kontakt zu den Anwohnern. Gibt es in der direkten Nachbarschaft einen Verein, dessen Aktivitäten regelmässig zu viel Lärm führen? Gibt es Besonderheiten in der Umgebung, die man als negativ betrachten muss?

3. Ein Plätzchen an der Sonne

Entspricht die Ausrichtung des Grundrisses Ihren Bedürfnissen? Haben Sie auf dem Sitzplatz genug Sonne? Wer davon träumt, den Sonnenuntergang mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu geniessen, sollte unbedingt prüfen, ob das auch tatsächlich möglich ist.

Die Himmelsrichtung muss in den Verkaufsunterlagen angeben sein: Ein Pfeil zeigt an, wo Norden liegt. Zögern Sie keinesfalls nachzufragen, wenn Ihnen diesbezüglich etwas nicht klar ist. Erkundigen Sie sich nach der Sonnenscheindauer im Winter und Sommer oder verlangen Sie im Zweifelsfall einen Schattenwurf. Das ist dann sinnvoll, wenn z.B. neben der Liegenschaft sehr hohe Gebäudes stehen. 

Das Haus muss Ihnen gefallen, ganz klar. Vielleicht haben Sie sich bei der Besichtigung auch in die eine oder andere Spielerei verliebt? Das Wichtigste: Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Ein hübscher Kamin nützt nichts, wenn Sie ihn nie benutzen. Setzten Sie für sich fest, welche Bedürfnisse unbedingt erfüllt werden müssen (z.B. Doppelgarage) und bei welchen Wünschen Sie dazu bereit sind, Kompromisse einzugehen (z.B. nur zwei Badezimmer anstatt drei). Gerade wenn Sie nicht vorhaben, das Haus in grösserem Umfang umzubauen, ist es wichtig, dass es von Anfang an bestmöglich zu Ihnen passt.

4. Wählen Sie die richtige Finanzierung

Es gibt verschiedene Wege den Hauskauf zu finanzieren. Einige der bekanntesten Mittel zur Finanzierung sind die Verwendung von:

  • ·        Kontoguthaben

    ·        Vorsorgegelder aus der Säule 3a

  • ·        Pensionskassengelder 

Natürlich ist es auch möglich, die einzelnen Mittel miteinander zu kombinieren. Wichtig ist, dass 20% des Wertes, welche die Bank als Verkehrswert für die Liegenschaft annimmt, aus eigenen Mitteln finanziert werden können. Den restlichen Betrag erhalten Sie, vorausgesetzt Ihr Einkommen ist dafür hoch genug, von der Bank als Hypothek zur Verfügung gestellt. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Sie müssen Ihren finanziellen Spielraum kennen und wissen, wo die Grenzen Ihres Budgets liegen. Prüfen Sie Ihre Finanzen, bevor Sie aktiv nach einem Haus suchen. Erstens ersparen Sie sich die Enttäuschung, wenn sich herausstellt, dass das Traumobjekt doch zu teuer ist. Zweitens ist es für den Verkäufer ein Signal, dass es Ihnen ernst ist mit dem Hauskauf. Kaufinteressenten, die genau wissen, was sie sich leisten können, wirken entschlossener. 

Je nachdem ist es sinnvoll die Finanzierung von einem Steuerberater prüfen zu lassen. Wenn Ihnen Ihre Eltern oder andere Familienmitglieder Geld zur Finanzierung schenken oder leihen, lohnt es sich unter Umständen auch, einen Notar oder Erbrechtsspezialisten zu Rate zu ziehen. Im Speziellen die Konsequenzen von vorbezogenen Erbgeldern müssen genau überprüft werden.

5. Achtung vor versteckten Lasten und Kosten

Wer eine Liegenschaft kauft, kauft gleichzeitig auch alle Dienstbarkeiten (siehe Artikel Dienstbarkeiten), welche auf dieser und dem Grundstück lasten. Alle Dienstbarkeiten sind im Grundbuchauszug des betreffenden Grundstücks aufgelistet. Es gibt Dienstbarkeiten, welche sich positiv auf das Grundstück auswirken: Zum Beispiel das Recht, das Grundstück von Nachbar zu überqueren. Es gibt aber auch solche, die eine Last darstellen wie zum Beispiel die Pflicht, dem Nachbar zu gewähren, eine Leitung durch das eigene Grundstück zu führen.

Wer Zweifel daran hat, dass er alles versteht, was im Grundbuchauszug steht, sollte diesen unbedingt von einem Fachmann wie einem Notar oder dem Bankberater prüfen lassen. Nicht selten bürden sich Private durch den Kauf einer Liegenschaft sogar fremde Schulden auf. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn auf dem Grundstück ein Steuerpfandrecht lastet und der Vorbesitzer dem Fiskus noch seine Grundstückgewinnsteuer schuldet (lesen Sie hierzu auch den Artikel Grundstückgewinnsteuer). 

Wer ein Haus kaufen will, sollte Kaufangebote sorgfältig prüfen und wissen, was er sich leisten kann und wie er es finanziert. Haben Sie Ihr Traumhaus gefunden, sollten Sie die Umgebung näher kennenlernen und sich über künftige Entwicklungen im Quartier informieren. Neben den finanziellen müssen auch alle rechtlichen Aspekte geklärt werden. Die Tragweite von Dienstbarkeiten, die auf dem Grundstück lasten, muss zudem ebenfalls geprüft werden. 

Sind alle Fragen geklärt, steht dem Hauskauf nichts mehr im Weg.

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