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Regenwasser - Umwelt - Budget - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Regenwasser nutzen – gut für die Umwelt, gut fürs Budget

Im Leben ist nichts gratis – fast nichts. Was vom Himmel fällt, bekommen wir (noch) umsonst. In der Schweiz fallen pro Jahr durchschnittlich 1000 Liter Regen auf einen m². Am meisten regnet es um die Schwägalp (Appenzell Ausserrhoden) mit ca. 2500 Liter pro m² jährlich. Am trockensten ist es im Kanton Wallis: In Sion fallen jährlich weniger als 600 Liter Regen pro m² an. Genug Regen für eine Regenwasseranlage? Für welche Zwecke kann eine solche Anlage genutzt werden und lohnt es sich finanziell tatsächlich?

Ist Regenwasser nutzen immer sinnvoll?

In der Schweiz sind ca. 57 % aller Gebäude mit Wohnnutzung Einfamilienhäuser (EFH) (Bundesamst für Statistik, Neuchâtel 2016). Das entspricht einer Zahl von ca. 909‘000 EFH. Ist die Regenwassernutzung für alle EFH gleichermassen sinnvoll?

Die Schweiz verfügt im Durchschnitt über genügend Wasserreserven. Es gibt aber Regionen, die weniger Wasservorräte aufweisen, wie z.B. der Jura. Gerade in solch wasserarmen Regionen ist die Regenwassernutzung sehr sinnvoll und eine Entlastung für die Umwelt. Dort, wo aber bereits genügend Wasserreserven vorhanden sind, ist es besser, das Regenwasser durch Versickerung dem natürlichen Kreislauf zuzuführen. Die bestehenden Grundwasserreserven können sich so immer wieder erneuern. Deshalb ist es in der Schweiz vielerorts Pflicht das Regenwasser – wenn möglich – versickern zu lassen.

Zur Gartenbewässerung ist die Nutzung von Regenwasser allerdings immer empfehlenswert. Eine sog. Regenwassertonne ist mit simplen Mitteln zu realisieren, und ist die einfachste und umweltfreundlichste Art der Regenwassernutzung.

Duschen mit Regenwasser?

Regenwasser eignet sich für die Bewässerung von Gärten, zum Wäschewaschen und zur Spülung der Toilette. Besonders die Wäsche kann mit Regenwasser schonender gereinigt werden, weil dieses weniger Kalk enthält als das Trinkwasser aus der Leitung. Wer allerdings gern eine richtige Regenwasserdusche geniessen möchte, wird enttäuscht. Aus hygienischen Gründen ist es in der Schweiz verboten Regenwasser zum Baden oder Duschen zu verwenden.

Lohnt sich die Regenwassernutzung finanziell?

Fakt ist: Wer mit Regenwasser die Toilette spült und die Wäsche wäscht, verbraucht weniger Trinkwasser und bezahlt somit weniger Gebühren. Die Kosten für eine Regenwasseranlage betragen zwischen CHF 6‘000.- und CHF 13‘000.-. Rechnet man die Unterhaltskosten dazu, dauert es zwischen 8 und 12 Jahren, bis man das investierte Geld in Form von Ersparnis herausgeholt hat. Die Regenwasseranlage lohnt sich folglich nur längerfristig. Wer kurzfristig Geld sparen möchte, sollte auf wassersparende Armaturen und einen generell sparsamen Umgang mit Trinkwasser setzen.

Wählen Sie den richtigen Tank

Haben Sie sich für die Regenwassernutzung entschieden, sollten Sie sich folgende Frage stellen: Für was genau möchte ich das Regenwasser nutzen? Der Fachmann klärt anschliessend ab, ob die Regenwassermenge auf Ihrem Grundstück dafür ausreichend ist und wählt die geeignete Regenwassernutzungsanlage aus.

Massgebende Faktoren für die Wahl der richtigen Anlage sind: 

  • Projizierte Dachfläche in m²: Grundfläche des Hauses und Fläche der Dachüberstände in m².
  • Dachbeiwert: Der Dachbeiwert ist ein Reduktionsfaktor und liegt zwischen 0.6 und 0.9. Je nach dem, aus welchem Material die oberste, äusserste Schicht des Daches besteht, verringert sich die anrechenbare Regenmenge. Ein begrüntes Flachdach z.B. schluckt einen Teil des anfallenden Regenwassers. Bei einem Ziegeldach geht weniger Regenwasser „verloren“.
  • Niederschlagswert in Liter pro m² pro Jahr.
  • Anzahl Benutzer, welche die angeschlossenen Toiletten nutzen:

17‘520 Liter pro Person pro Jahr

  • Anzahl Personen, welche die angeschlossene Waschmaschine nutzen:

10‘950 Liter pro Person pro Jahr

  • Anzahl Bewohner für den Reinigungsbedarf:

800 Liter pro Person pro Jahr

  • Aussenfläche in m², die bewässert werden muss:

60 Liter pro m² pro Jahr

Quelle: Heebag AG, www.heebag.ch

So funktioniert die Regenwasseranlage

Es gibt verschiedenen Regenwassernutzungsanlagen, aber zwei Grundtypen: Die erdverlegten Regenwasserspeicher und die oberirdischen Regenwasserspeicher. Bei ersterem Typ befindet sich der Speichertank der Regenwassernutzungsanlage unter der Erde. Bei zweitem Typen, der einfachen Regenwassertonne, befindet er sich oberirdisch.

Funktion Erdspeicher:

Das auf das Dach fallende Regenwasser wird mittels der Dachrinne gesammelt, in eine Regenwasserleitung geführt und über einen Filter in den Regenwasserspeichertank geleitet:

Funktion oberirdischer Speicher:

Das Regenwasser wird vom Dach über einen Filter in den oberirdischen Speicher geleitet. Je nach Speichertyp wird das gesammelte Regenwasser dann mit einem Hahn oder aus dem offenen Oberteil entnommen. Letzteres macht vor allem Sinn, wenn man das Regenwasser für die Bewässerung von Pflanzen benutzen will. Wer mit einer Plastiktonne nicht glücklich wird, kann beruhigt sein. Oberirdische Regenwasserspeichertanks gibt es in allen erdenklichen Ausführungen.

Do-it-your-self oder Profisache?

Eine einfache Regenwassertonne zur Gartenbewässerung ist auch für den Laien problemlos herzustellen. Die erdverlegte Regenwassernutzungsanlage gehört aber in die Hände eines Profis. Nur so ist gewährleistet, dass die Anlage reibungslos funktioniert. Auf keinen Fall sollte man die Komponenten dazu, z.B. den Tank, selber bauen.

Doch wie findet man das passende Produkt und wer ist der richtige Unternehmer für die Installation? Wenden Sie sich an einen etablierten Sanitärinstallateur oder eine Baufirma aus Ihrer Umgebung. Diese werden Sie gerne beraten.

Regenwasser zur Bewässerung des Gartens zu nutzen, macht immer Sinn. Wer mit Regenwasser die Toilette Spülen oder die Wäsche reinigen möchte, sollte vorab klären, ob sich das für die Umwelt und das Portemonnaie tatsächlich lohnt. Denn oft ist es umweltfreundlicher das Regenwasser versickern zu lassen, als eine teure Anlage zu bauen, die sich finanziell erst Jahre später auszahlt.

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