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Luft ist nicht gleich Luft - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Kontrollierte Lüftung – Luft ist nicht gleich Luft

Unsichtbar ist sie – und das soll sie auch bleiben. Bekommen wir doch einmal Spuren von ihr zu sehen, sind wir meist nicht sehr erfreut. Denn macht die Luft, die wir atmen sich bemerkbar, z.B. durch Geruch oder Schimmel, stimmt etwas nicht. Die Qualität der Luft bestimmt, ob wir uns in unserem Zuhause wohl fühlen und gesund bleiben. Wer heute ein Haus baut, kommt nicht darum herum, sich mit ihr zu befassen. Dabei dominiert eine Frage: Kontrollierte Lüftung – ja oder nein?

1. Was ist eine kontrollierte Lüftung?

Der Name sagt es: Kontrolliert lüften – mit der entsprechenden Technik. Damit wir uns in Wohnräumen wohl fühlen, muss genügend frische Luft vorhanden sein. Ausserdem soll die Feuchtigkeit, die durchs Kochen, Bügeln, andere Tätigkeiten – nicht zuletzt durch unseren Körper – entsteht, aus den Wohnräumen gelangen können. Beides erreicht man mit klassischem Stosslüften, in dem man die Fenster regelmässig öffnet, oder mit einer kontrollierten Lüftung. Bei der kontrollierten Lüftung, auch Komfort-Lüftung genannt, braucht man zum Lüften weder Fenster zu öffnen noch aktiv daran zu denken. Man kann sich komfortabel zurücklehnen und die Technik für sich arbeiten lassen. Auch um Luftfeuchtigkeit, Geruchsstörungen oder Lärm braucht man sich bei einer kontrollierten Lüftung nicht zu kümmern.

2. Warum eine kontrollierte Lüftung, bisher hat das Fenster öffnen auch gereicht?

Erst waren es 0 cm, dann kaum 10cm, vor zehn Jahren 12cm und vor fünf Jahren bereits 14 cm. Aktuell packt man die die äusserste Hülle eines Gebäudes mit 20cm und mehr Wärmedämmung (auch Wärmeisolation genannt) ein. Das verhindert, dass im Winter unnötig Wärme verloren geht und stellt sicher, dass die Wohnräume im Sommer nicht überhitzen: Weniger heizen = weniger Heizkosten. Auch die Qualität der Fenster ist besser geworden. Das alles bedeutet aber auch: Unsere Behausungen sind heute so dicht, wie nie zuvor in der Geschichte der Baukunst. Nichts mehr mit frei herum zirkulierender Luft. Die Folgen: Schimmel und dicke Luft. Da musste Abhilfe her: Die kontrollierte Lüftung wurde erfunden.

3. Wie funktioniert eine kontrollierte Lüftung?

Von aussen wird frische Luft angesaugt und strömt über einen Frischluftkanal ins Innere des Gebäudes. Die verbrauchte Luft wird abgesaugt und mit Abluftkanälen nach aussen geleitet. Sehr häufig baut man eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung ein: In einem Wärmetauschgerät fliessen die warme Abluft und die kalte Frischluft aneinander vorbei: Es kommt zum Wärmeaustausch. Das bedeutet: Die kalte Luft, die von aussen angesaugt wird, wird von der warmen Abluft, die im Gebäude entstanden ist, erwärmt. Man nutzt die verbrauchte Luft dazu, die Frischluft zu erwärmen. Im Sommer ist es umgekehrt: Die warme Zuluft wird von der kälteren Abluft abgekühlt. Das ist ein cleveres System: Es spart Stromkosten und ist gut für die Umwelt.

Darf man bei einer kontrollierten Lüftung dann die Fenster überhaupt noch öffnen? Ja, natürlich. Fenster sollen und dürfen weiterhin geöffnet werden.

4. Worauf sollte man baulich zwingend achten?

Frischluft filtern

Bevor die angesaugte Aussenluft in die Wohnräume gelangt, muss sie gefiltert werden. Dies geschieht mit sogenannten Feinstaubfiltern. Sie schützen Allergiker vor Pollen in der Luft und reinigen die Frischluft z.B. von Abgasen und Staub. Mindestens der Klasse F7 sollte ein solcher Feinstaubfilter laut Experten entsprechen. Damit ist auch die Lufthygiene gewährleistet. Gerade Allergiker sollten darauf achten, dass der Feinstaubfilter zertifiziert ist.

Schall

Schallprobleme lassen sich verhindern, wenn man strikt darauf achtet, dass für alle Komponenten der kontrollierten Lüftung geräuscharme Teile eingesetzt werden. Ausserdem müssen die Leitungsquerschnitte genügend gross geplant werden.

Konstruktion

Heute legt man die Lüftungskanäle oft in die Betondecke ein. Diese wird entsprechend dicker betoniert, um die Lüftungsrohre zusammen mit der anderen Haustechnik in sich aufzunehmen. Das Problem: Die Lüftung wird nicht so alt wie der Rohbau. Während die Betondecke nach 30 Jahren noch einwandfrei ist, zeigt die Lüftung Altersschwächen. Diese dann zu erneuern wird sehr teuer und aufwändig. Wer trotzdem in der Betondecke verfahren möchte, sollte darauf achten, genügend Revisionsöffnungen einzubauen.

Die Alternative: Man bringt die Lüftungskanale unter der Decke an und verkleidet diese mit einer abgehängten Gipskartondecke. Dies erfordert aber, dass von Anfang genügend Raumhöhe eingeplant wird.

Wartung

Es ist wichtig die Lüftung regelmässig zu warten und zu reinigen. Experten sind der  Meinung, dies sollte alle zwei bis drei Jahre geschehen. Auch die Filter müssen regelmässig ausgetauscht werden. Denn je länger ein Filter im Einsatz ist, desto weniger leistet er.

Kosten

Je nach Objekt variieren die Kosten für eine kontrollierte Lüftung. Massgebend sind die Gesamtkosten, d.h. die Kosten für das Lüftungsgerät, die Planerhonorare und die baulichen Massnahmen. Bei einem Einfamilienhaus fallen dafür etwa CHF 20'000 an.

5. Vor- und Nachteile im Überblick

Die Vorteile:

  • Keine Bauschäden wegen zu viel Feuchtigkeit im            
  • Kontrollierte Lüftungen mit Wärmerückgewinnung sparen Heizkosten ein
  • Angenehmes Raumklima und Lüften ohne Lärm von            

Die Nachteile:

  • Installationskosten
  • Regelmässig anfallende Wartungskosten


Wer es gerne komfortabel mag, wird mit einer kontrollierten Lüftung glücklich werden. Sie sorgt über das ganze Jahr für ein angenehmes Raumklima mit idealer Frischluftzufuhr. Ausserdem ist die Bausubstanz vor Schimmelbildung geschützt.

Es geht aber auch ohne. Wer pflichtbewusst stosslüftet und in Kauf nimmt, dass die Temperaturen im Sommer und Winter nicht immer dem Ideal entsprechen, kann auch ohne kontrollierte Lüftung ein angenehmes Raumklima erreichen.

6. Adresse für weitere Auskünfte

MINGERGIE Schweiz                    www.minergie.ch/lufterneuerung.html

Hochschulde Luzern,

Prüfstelle Gebäudetechnik          www.hslu.ch

Bundesamt für Energie                www.bfe.admin.ch

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