Für Ihre Hypothek
Service Line 0800 151 151

Fassaden machen Häuser - Hypotheken-Ratgeber | Hypoguide AG

Fassaden machen Häuser

Flanellhemd im Holzfäller-Look oder Smoking? Was für den Menschen gilt, gilt auch für seine Gebäude: Die äusserste, sichtbare Schicht ist mehr als Fassade und bestimmt den ersten Eindruck wie kaum ein anderes Kriterium. Naturstein, Glas, Holz oder Sichtbeton sind nur einige von vielen Stoffen, aus denen Gebäudeverkleidungen gemacht sind. Der Materialwahl und Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt.

1. Holz-Schalung

Holz boomt – kein Wunder, denn der vielseitig einsetzbare Werkstoff ist umweltfreundlich, preisgünstig, und erneuerbar. Holzschalungen verwendet man häufig zur Verkleidung von Holzelementbauten. Auch die Fassaden von Gebäuden mit massiver Tragstruktur (Backstein oder Beton) können mit Holzwerkstoffen gestaltet werden. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt; Holz kann problemlos mit anderen Materialien kombiniert werden. Seit einigen Jahren im Trend: Verwendung von Holz neben Sichtbeton und Glas.

Holz ist nicht gleich Holz

Viele Bäume, viele Hölzer, verschiedene Eigenschaften. Wer Holz in der Architektur verwenden will, muss wissen, welche Eigenschaften es mitbringen und welchen Beanspruchungen es standhalten muss.

Holz-Fassade – das müssen Sie wissen

  • Hinterlüftung

Bei Schnee und Regen saugt das Holz die Feuchtigkeit auf. Damit es diese wieder abgeben kann, muss sich hinter der dem Wetter ausgesetzten Schicht eine Hinterlüftungsebene befinden; Ein Raum, im dem Luft zirkulieren und die Fassade trocknen kann.

  • Farbechtheit

Holz, das ständig dem Wetter ausgesetzt ist, verändert seine Farbe. So kann eine goldfarbene Holzschalung mit der Zeit braun-gräulich aussehen. Dieser Effekt kann durchaus erwünscht sein. Wer allerdings keine Verwitterung der Fassade wünscht, sollte das Holz entsprechend vorbehandeln lassen, bevor es montiert wird. Dazu verwendet man Lacke und Anstriche. Holzbaufachleute sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet und wissen, welcher Schutz angebracht ist, um die gewünschte Optik zu erreichen.

  • Label

Achten Sie darauf, dass nur Holz zum Einsatz kommt, das mit einem Label zertifiziert ist. Sonst könnte es sich um Holz handeln, das illegal geschlagen und eingeführt worden ist. Verzichten Sie vor allem auf tropische Hölzer. Anerkannte Labels sind etwa das PEFC-Label (Zertifizierungssystem nach der Umweltkonferenz von Rio), das FSC-Label (Forest Stewardship Council) oder etwa das HSH (Herkunftszeichen Schweizer Holz).

  • Gute Adresse:

Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, www.lignum.ch

2. Vorgehängte Fassaden

Quadratisch, praktisch, gut? Es muss nicht zwingend quadratisch sein. Auch rechteckige oder unregelmässige Plattenformate können die Fassade eines Gebäudes in ein Highlight verwandeln. Neben dem Format bestimmen Material, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit das Erscheinungsbild der Fassade. Die Palette an verschiedenen Materialien und Formaten ist riesig, die Art der Befestigung hingegen bei allen Systemen ähnlich. Wie bei der Holzfassade wird auch bei den sog. vorgehängten Fassaden eine Hinterlüftungsebene eingebaut, in der die Luft zirkulieren kann. Von innen nach aussen betrachtet, ist die Wand des Hauses wie folgt aufgebaut ist: Tragkonstruktion, Wärmedämmung, Hinterlüftungsebene, vorgehängte Fassade. Mittels einer Verankerung, die sich nach der Beschaffenheit der Platte richtet, wird diese in der Tragkonstruktion befestigt. 

Vorgehängte Fassade – das müssen Sie wissen

  • Achtung Format

Wo Platten sind, sind auch Fugen. Fugen sind die Zwischenräume zwischen den einzelnen Platten; Je grösser das gewählte Plattenformat ist, desto weniger Fugen sind an der Fassade sichtbar und umgekehrt. Das sog. Fugenbild muss sorgfältig geplant und auf andere Gestaltungselemente, wie Z.B. Fensteröffnungen, abgestimmt werden.

  • Material-Wahl

Von Kunststoff über Metall, Glas bis zu Feinsteinzeug, Naturstein oder Keramik – es ist fast alles möglich. Allerdings sollte man beachten, wie viel Unterhalt die Fassade benötigt. Eine Fassade aus hochwertigen Granitplatten ist langlebiger als eine Holzschalung aus unbehandeltem Lärchenholz und eine Glasfassade muss regelmässig von speziellen Fachkräften gereinigt werden, während eine Eternitfassade selten geputzt werden muss. 

3. Die Kompaktfassade (verputzte Aussenwärmedämmung)

Bank, Einfamilienhaus, Wohnüberbauung oder Spital – Kompaktfassade geht immer. Bei der Kompaktfassade nutzt man die Wärmedämmung gleichzeitig zur Gestaltung der Fassade. Ist das Gebäude aussen fertig mit Dämmung eingepackt, wird ein Belag auf die Dämmung aufgetragen – der sog. Putzmörtel oder Verputz. Er besteht aus mehreren Schichten: Grundputz (Untergrund ebnen), Netzarmierung (Haftung verbessern) und Deckputz (Dekor). Letzterer kann als äusserste Schicht mit verschiedenen Strukturen und einer fast unendlichen Farbpalette ausgeführt werden. 

Kompaktfassade – das müssen Sie wissen

  • Auf die Dämmung kommt es an

Die Qualität der Kompaktfassade hängt von der Qualität der Wärmedämmung ab. Es gibt Polystyrol-Hartschaumplatten und Mineralwolle-Platten, wie etwa Steinwolldämmung. Wichtig: Der Verputz, der anschliessend auf die Wärmedämmung aufgetragen wird, muss auf die Beschaffenheit der verwendeten Wärmedämmung abgestimmt sein: Anorganische Dämmung verlangt anorganischen Verputz, eine organische Dämmung muss mit organischem Verputz veredelt werden. 

  • Verschiedene Verputzarten

Nicht nur die Farbe, sondern auch die Struktur des Verputzes entscheidet, wie die Fassade wirkt. Die verschiedenen Verputzarten halten, was ihre Namen versprechen: Kratzputz, Schlämmputz, Rustikalputz oder Rillenputz setzen spannende Akzente und machen eine Fassade unverwechselbar. 

4. Fassaden-Kosten im Vergleich

Qual der Wahl? Beim Entscheid für bzw. gegen ein Fassaden-System ist meist das Budget massgebend.

Preis pro m² (Ausgangslage Minergie-Standard, Preise ca.):

Holz-Schalung:                              CHF 240.- bis 260.- 

Vorgehängte Fassaden             

Eternitfassade:                               CHF 280.- bis 320.-

Keramikfassade:                            CHF 280.- bis 320.-

Metallfassade:                               CHF 320.- bis 360.-

Glasfassade:                                  CHF 550.- bis 650.-

Natursteinfassade:                        CHF 650.- bis 750.- 

Kompaktfassade:                          CHF 200.- bis 220.- 

Im Preis noch nicht inbegriffen sind die Kosten für den Unterhalt. 

Ob repräsentativer Naturstein oder funktionale Kompaktfassade – jedes Fassadensystem hat seinen Reiz. 

Zurück